Schauen Sie sich diesen Herrn einmal genauer an. Auf einem Berliner Wochenendmarkt habe ich diesen ca. 75 Jahre alten Mann angetroffen. Ich beobachtete ihn über einen Zeitraum von einer Stunde, in dem er unverändert in der gleichen Stellung den Freilauf des Hinterrades reparierte. Auch als ich ging machte er keine Anstalten, seine Körperhaltung zu verändern. Daraus schlussfolgerte ich, dass diese Stellung für ihn eine bequeme Haltung sein musste.
Nun – sehr geehrter Leser, haben Sie schon einmal probiert, auch nur für 10 min in dieser Stellung zu hocken? Wichtig ist dabei zu bemerken, dass der alte Mann auf den gesamten Fußflächen stand und nicht etwa nur auf den Fußballen. Denn dies kann man nur tun, wenn man die Unterschenkel entsprechend weit nach vorn schieben kann, damit der Körper in Balance bleibt und man nicht etwa nach hinten umkippt. Die Knie als auch die Beine waren ca. nur 10 cm auseinander.
Aber was hat das nun mit Rückenschmerzen zu tun? Die nachhaltigste Antwort auf diese Frage wäre die Empfehlung des Übens dieser Körperhaltung – dennoch will ich Ihnen nicht die schriftliche Antwort schuldig bleiben. Bei dieser Stellung werden die Oberschenkel intensiv gegen den Oberkörper gedrückt. Im unteren Rücken wird mit hohem Druck stark auf die Verdauungs-, Entgiftungs- als auch die Sexualorgane eingewirkt. Im oberen Bauch- als auch im Brustbereich werden die Aktivitäten der Lungen, des Herzens, der Nieren und der Milz intensiv angeregt. All dies wirkt stimulierend auf viele Bereiche des Körpers.
Im Ayurveda als auch in der traditionellen chinesischen Medizin kennt man den Zusammenhang der einzelnen Wirbel der Wirbelsäule und den ihnen zugeordneten Organen. D.h., wenn es einem Organ nicht gut geht, ist dementsprechend auch ein Wirbel der Wirbelsäule betroffen. Im Yoga gibt es dafür eine Reihe sehr potenter Übungen, um die Flexibilität und Weichheit unserer inneren Organe wieder herzustellen. Eine sehr gute Übung ist beispielsweise Nauli. Hierbei werden die vorderen geraden Bauchmuskelstränge wechselseitig rotiert. Auch die Übung „Ajagari“ ist eine extrem wirksame und hochpotente Übungsabfolge. Dabei wird der Bauch im Wechsel rund nach vorn gepresst und dann wieder stark nach hinten eingezogen. Beim Praktizieren dieser Übungen kann man bemerken, wie sich die Organe lockern und sich folglich der Anspannungen im Rückgrat lösen und man plötzlich wieder mehr Bewegungsfreiheit im Rücken verspürt.
Daher lege ich Ihnen die Stellung des alten Herrn sehr ans Herz, da sie simpel in der Anwendung und tiefgreifend nachhaltig Ihr Nutzen ist. Denn bei vielen einfach aussehenden Übungen bemerkt man schnell, dass sie es in sich haben.