Neulich, der Abend war schon vorangeschritten, wollte ich mich vergewissern, ob mein vier jähriger Sohn gut schlief. Das tat er dann auch wie ich feststellen konnte und zwar auf eine besondere Art und Weise. Was ich sah, regt mich zum Nachdenken an. Da hockte er nun in einer Yogahaltung mit dem Namen „Stellung des Kindes“ und es schien, als würde er es sich darin richtig bequem machen. Ein tiefes entspanntes Durchatmen und ein Hineinsinken in diese körperliche Auslenkung ließen ihn für lange Zeit in dieser Position schlafend verharren. Toll, dachte ich, muss ich auch mal wieder machen. So nahm ich diese einfach aussehende Stellung vermehrt in mein eigenes Programm auf. Mittlerweile möchte ich behaupten, dass diese Körperhaltung eine Meisterstellung ist. Meine eigene Yogapraxis lehrte mich, dass einfach aussehende Übungen es häufig mehr in sich haben, als supertoll aussehende.

Die Stellung des Kindes ist sehr wertvoll in Situationen, in den wir uns körperlich und oder seelisch klein bzw. nicht gut fühlen. Diese Asana gibt uns Schutz, denn der Körper wird auf seine geringste Oberflächengröße gebracht. Ein Großteil des Körpers ist im Inneren der Fastkugel geschützt und der Rücken und die Beine schützen die empfindlichen Weichteile im Inneren. So bietet der Betroffene der Außenwelt weniger Angriffsfläche und kann sich so besser erholen, wenn stressvolle Situationen seine Aufmerksamkeit bedürfen.

Kurz gesagt, diese Übung ist wie ein Notfallbonbon, welches ich von Zeit zu Zeit meinem Sohn gebe, wenn die Schmerztränen großkugelig seine Wangen hinunterrollen – in höchster Not, höchste Linderung versprechend. Durch das Einnehmen dieser Asana spart der Übende viel Energie, da der Verbrauch eben jener stark reduziert wird und man so schneller revitalisieren kann.